Mittwoch, 1. Oktober 2014

Gunung Batur - Volcano light

Der Gunung Batur ist zwar nur 1717 Meter hoch, und nach nicht einmal zwei Stunden Marsch steht man schon auf dem Gipfel, aber beeindruckend und sehenswert ist er auf alle Fälle - unser „Volcano light“ also, aber sicher kein Leichtgewicht.
Um den Sonnenaufgang am Gipfel zu erleben, müssen wir bereits um halb drei beim Hotel los. Da eine Besteigung ohne Guide nicht möglich ist (die Dorfgemeinschaft hat sich zusammengeschlossen und lässt sich die Verdienstmöglichkeit, die sich aus den Führungen ergibt, nicht entgehen), bleibt uns keine andere Möglichkeit, als uns den relativ einfachen Weg hinauf führen zu lassen. Eine resolute, junge Frau (ich nenne sie fortan Lady Batur) übernimmt uns und beginnt sofort damit, uns fast jeden Schritt vorzugeben. Ein weiteres Ärgernis ist der Umstand, dass wir es mit einer ziemlich übergewichtigen Matrone zu tun haben, die alle Augenblicke eine Pause braucht. Vorerst will sie uns nur zu einem Aussichtsplatz, mehr als 100 Meter unter dem Gipfel führen, aber da hat sie die Rechnung ohne uns gemacht. Natürlich muss sie auch noch den letzten, rutschigen Kniebeißer hoch. Dafür holt sie sich bei einem kleinen Tempelchen den Beistand der Götter. Wieder einer unserer herrlichen Sonnenaufgänge auf den Vulkanen Indonesiens! Als Frühstückssnak gibt es heißen Tee und grilled banana, die in einem fauchenden Erdloch am Kraterrand zubereitet worden sind, mit dem inneren Feuer unserer Erde sozusagen! Hier in diesem Erdwärmeofen werden auch Eier gekocht und anschließend von den Wanderern verspeist.


Wir sind als bergtauglich eingestuft worden, und dürfen nun sogar den Krater in luftiger Höhe umrunden, eine tolle Gratwanderung mit schönen Tiefblicken. Auf der gegenüberliegenden Seite sieht man auf die jüngsten Lavaergüsse hinunter, die in den 60er Jahren, 1974 und zuletzt im Jahr 2000 beträchtliche Schäden verursachten und viele Menschenleben kosteten. Heute hat man die Bewohner rund um den Vulkan aus der Gefahrenzone abgesiedelt, und die Dörfer höher gelegt. Die schwarzen Lavawüsten kleben als Pechzungen an den Flanken des Vulkans, Zungen, die die Sprache des Feuers sprechen und auch jetzt noch immer von Tod und Verderben erzählen.



Heroben am Kraterrand treiben die Monkeys ihr Unwesen und stellen den Utensilien der Wanderer nach. So „opfere“ ich beispielsweise meine Plastikwasserflasche einem Affenmännchen, das sich in seine Beute geschickt ein kleines Loch knabbert und dann gierig das kostbare Nass aussüffelt. Angesichts dieser einprägsamen Erlebnisse schließen wir diesen „Volcano light“ ins Herz und reihen ihn zu den anderen Vulkanbesteigungen, für die wir Feuer gefangen haben.

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